Dienstag, 1. März 2011

Heuschnupfen (allergische Rhinitis) in der chinesischen Medizin

Heuschnupfen (allergische Rhinitis) gehört zum atopischen Formenkreis, da er häufig in Verbindung mit Neurodermitis, aber auch zunehmend häufiger gemeinsam mit der Schuppenflechte (Psoriasis) auftritt.

In der TCM ist die Behandlung von Heuschnupfen eine der weniger anspruchsvollen Herausforderungen. Insbesondere der saisonale Heuschnupfen, welcher also nicht ganzjährig, sondern etwa nur in Frühling und Herbst auftritt, spricht sehr zuverlässig auf eine chinesische Behandlung an.

Aus Sicht der chinesischen Medizin kommen verschiedene Ursachen für die Entstehung einer Heuschnupfen Symptomatik in Betracht.

Zunächst einmal besteht, wie in so vielen Fällen bei den Menschen der heutigen Zeit, eine Ansammlung pathogener Hitze, meist in Leber oder Galle, welche sich entsprechend der Gallenblasen Leitbahn nach oben zu Augen und Nase entlädt. Diese Hitze als gemeinsame Wurzel ist auch der Grund, warum der Heuschnupfen oft mit anderen hitzebedingten Hauterkrankungen, wie z.B. Neurodermitis vergesellschaftet ist.

Die Hitze zeigt sich meist durch Rötung und Tränen der Augen oder gelbliches Sekret aus der Nase. Ist v.a. die Nase von den Heuschnupfen Symptomen betroffen, so spielt die Lunge noch eine wesentliche Rolle, zumal die Lunge „sich in die Nase öffnet“ nach chinesischer Anschauung.

Grundsätzlich ist es die Aufgabe der Lunge, den Körper vor dem Eindringen von Erregern und Allergenen zu schützen. Ist diese geschwächt, so dringen diese Dinge unaufhaltsam in den Körper ein und führen dort zu Überreaktionen (allergischen Reaktionen).

Die Lungenfunktion kann eingeschränkt sein, was sich durch Kurzatmigkeit oder Spontanschweiß äußern kann. Oft blockiert auch eine Stagnation der Leber und die daraus resultierende Hitze die Funktion der Lunge.

Besteht viel Sekret, so spielt innerlich gebildete Feuchtigkeit (Schleim) in Folge von falscher Ernährung oder einer schwacher Verdauung eine wesentliche Rolle.

Im Wege einer chinesischen Diagnostik können die Ursachen und Mechanismen, welche in dem jeweiligen Fall zum Heuschnupfen führen klar herausgearbeitet und behandelt werden.

Die Therapie erfolgt im Wege der chinesischen Kräutertherapie, wobei sowohl Antiallergene Substanzen zum Einsatz kommen, um eine schnelle symptomatische Besserung herbeizuführen, wie auch entsprechende Bestandteile, welche die Ursachen der Erkrankung beseitigen sollen.

Die Therapiezeit bei saisonalem Heuschnupfen erfolgt in der Akutzeit und beträgt ca. 8 Wochen, wobei innerhalb der ersten 3-4 Wochen die Symptome meist vollständig abklingen.

Nach den 8 Wochen ist der Heuschnupfen in der Regel für immer behoben. In sehr ausgeprägten Fällen kann es vorkommen, dass sich der Heuschnupfen in einer abgeschwächten Form im nächsten Jahr noch einmal zeigt. In diesem Fall erfolgt eine neuerliche 8 wöchige Therapie, womit der Heuschnupfen endgültig zum Erliegen gebracht wird.

Der ganzjährige Heuschnupfen hat meist eine ausgeprägte Leere der Lunge als Ursache und spricht in der Regel langsamer auf eine Behandlung an. Hier zeigen sich erste Besserungen nach 2-3 Monaten.